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Landkreis Ahrweiler: 45 neue Buslinien bringen ab dem 01.07.18 den Nahverkehr ins Rollen

Freitag, 15. Juni 2018

Der ÖPNV im Landkreis Ahrweiler erhält ab dem 01.07.18 neuen Schwung, umfangreiche Verbesserungen im Bereich des Busangebotes stehen in Kürze an.

Im Rahmen der Umsetzung eines übergreifend erstellten, gemeinsamen Konzepts wurden die Buslinien völlig neu gestaltet. Kernelemente des neuen Verkehrskonzeptes und den damit einhergehenden Verbesserungen sind die sogenannten „Knotenpunkte“, z.B. in Niederzissen und Ringen. Hier treffen sich Busse verschiedener Linien aus unterschiedlichen Richtungen zu bestimmten Zeiten und ermöglichen einen Umstieg auf andere Buslinien. Hierdurch bietet sich dem Nutzer ein großes Mobilitätsnetz mit vielen in akzeptabler Fahrtzeit erreichbaren Zielen. Es bleibt kein Stein auf dem anderen, die Liniennummern werden komplett neu vergeben.

45 völlig neu konzipierte Buslinien nehmen in den Verbandsgemeinden Altenahr, Bad Breisig, Brohltal, Mendig (Landkreis Mayen-Koblenz), der verbandsfreien Gemeinde Grafschaft sowie den Städten Bad Neuenahr-Ahrweiler, Remagen und Sinzig zum 01.07.18 ihren Betrieb auf. Gleichzeitig entfallen 28 Buslinien, 18 verkehren unverändert wie bisher. Welche Linien das im Einzelnen sind, ist den dieser Erklärung beigefügten Anlagen zu entnehmen.

Das neue Angebot sieht u.a. eine bessere Abstimmung der Ankunfts- und Abfahrtszeiten von Bus und Bahn an den Bahnhöfen Remagen, Sinzig, Bad Breisig, Brohl, Bad Neuen­ahr, Ahrweiler und Ahrbrück vor.

Innerhalb von Bad Breisig verbindet der RegioBus 800 Oberbreisig mit dem Bahnhof Bad Breisig sowie dem Brohltal. Zwischen Niederzissen, Maria Laach, Mendig und Mayen wird eine neue Busverbindung mit kurzen Übergangszeiten auf die Züge der Lahn-Eifel-Bahn in Mendig eingerichtet (RegioBus 810). Weitere RegioBusse sind die Linien 849 (Rheinbach – Gelsdorf – Ringen – Ahrweiler – Bad Neuenahr), 850 (Walporzheim – Ahrweiler – Bad Neuenahr – Löhndorf – Sinzig) und 851 (Sinzig – Kripp – Remagen). RegioBusse zeichnen sich dadurch aus, dass sie an allen 7 Tagen der Woche von früh morgens bis spät abends ein vertaktetes Angebot bieten.

Zwischen Ringen und Meckenheim wird der neue ExpressBus 848 mit kurzen Umsteigezeiten auf die S-Bahn S23 in Meckenheim in Richtung Bonn und Euskirchen eingerichtet.

Für den touristischen Bereich sind die im Sommerhalbjahr verkehrenden neuen RadBusse und der FreizeitBus Vulkanpark besonders interessant. Der RadBus Nettetal (Linie 821) ist zwischen Kempenich, Engeln und Mayen unterwegs und bindet auch den Riedener Waldsee an. Der RadBus Ahr-Voreifel (Linie 844) ergänzt zwischen Altenburg und Rheinbach das reguläre Busangebot und verknüpft die Schienenstrecken Voreifel und Ahrtal. RadBusse sind mit einem Anhänger ausgestattet, der 23 Fahrräder transportieren kann. Die Fahrradplätze können unter www.regioradler.de kostenpflichtig reserviert werden. Der FreizeitBus Vulkanpark (Linie 819) fährt zwischen Kem­penich, dem Vulkan-Express-Bahnhof Engeln, Maria Laach und Mendig, so dass zwischen Maria Laach und Mendig tagsüber an allen sieben Wochentagen ein stündliches Busangebot besteht.

Nach Betriebsschluss der Ahrtalbahn startet in den Nächten vor Samstagen, Sonn- und Feiertagen der NachtBus 829 ab Sinzig über Bad Neuenahr-Ahrweiler bis nach Ahrbrück und bietet somit einen Anschluss auf die von Koblenz und Köln / Bonn eintreffende RegionalBahn RB 26.

An Vorlesungstagen des RheinAhrCampus fährt die zusätzliche Linie 828 und sorgt mit den übrigen Linien für drei Busverbindungen pro Stunde zwischen der Hochschule und dem Bahnhof Remagen.

Der Stadtverkehr in Bad Neuenahr-Ahrweiler wurde übersichtlicher gestaltet, die Linien 800, 849 und 850 bilden zusammen ein Angebotsnetz, das die Stadtteile Bad Neuenahr und Ahrweiler in Ost-West-Richtung viermal pro Stunde miteinander verbindet.

Auf einigen Linien werden Anruf-Linien-Fahrten (ALF) durchgeführt, die nur nach telefonischer Anforderung die Busverbindungen bei Bedarf aufrechterhalten. Das schont die Umwelt und trägt sowohl ökonomischen, als auch ökologischen Gesichtspunkten Rechnung. Diese Fahrten sind in den Fahrplänen mit einem Telefon-Symbol gekennzeichnet.

Weitere Verbesserungen für die Kunden: Der Anteil der Busse mit niedrigem Einstieg (Niederflurbusse) wächst bei den neuen Angeboten bis zum Jahr 2021 auf 100 %. Damit wird auch älteren Fahrgästen mit Rollatoren, Personen mit Kinderwagen oder im Rollstuhl ein bequemer Ein- und Ausstieg ermöglicht. Zusätzlich verfügen diese Busse auch über eine Klimaanlage, was den Fahrkomfort deutlich steigert.

Muss ich mich beim Umstieg beeilen? Kann ich mir noch Kaffee und Brötchen holen, bevor der Bus kommt? Diese alltäglichen  Fragestellungen können künftig - spätestens ab 2019 - beantwortet werden, wenn die Ankunft- bzw. Abfahrtzeiten der Busfahrten auf den neuen Linien minutengenau prognostiziert und in der Fahrplanauskunft des VRM bereitgestellt werden, so dass sich Fahrgäste beispielsweise über die VRM-App für Smartphones und Tablets oder auch hier jederzeit über die Pünktlichkeit informieren können.

Genauere Informationen z.B. zu den Fahrplänen finden Sie auch hier. Alternativ kann auch die VRM-Fahrplan-App für die Nutzung mit mobilen Smartphones heruntergeladen werden. Die Fahrpläne der neuen Linien werden dieser Pressemeldung als Anhang beigefügt sowie zusätzlich in gedruckter Heftform über die wöchentlich herausgegebenen Mitteilungsblätter in alle Haushalte der jeweiligen Verbandsgemeinden / Städte verteilt. Zusätzlich sind bei den Verkehrsunternehmen und Verwaltungen sowie in der VRM-Geschäftsstelle in Koblenz Taschenfahrpläne zu den neuen Linien erhältlich.

Manche haben auch schon Änderungen an den Haltestellen bemerkt: Nach und nach werden neue Haltestellenschilder sowie die blauen Fahrplan- und Aushangkästen angebracht, in denen künftig die neuen, sowohl einheitlich, als auch übersichtlich gestalteten Fahrpläne über die neuen Angebote informieren werden.

Die neuen Buslinien waren im Ausschreibungswettbewerb an die Unternehmen DB Regio Bus aus Montabaur sowie die Ahrweiler Verkehrs-GmbH (Teil der Verkehrsbetriebe Mittelrhein) aus Brohl-Lützing vergeben worden.

Der Kreis Ahrweiler kommt damit seiner Pflichtaufgabe zur Sicherstellung der Schülerbeförderung nach. Positiver Zusatzeffekt sind attraktive, darüber hinausgehende Angebote, die unter anderem auch touristisch von großer Bedeutung sein dürften.

Die Tatsache, dass die neuen Verkehre gemeinwirtschaftlich gefahren werden – ein eigenwirtschaftliches Angebot wurde von keinem Unternehmen auf der Grundlage der neuen Fahrpläne abgegeben - bedeutet allerdings auch, dass der Kreis Zuschusszahlungen leisten muss. Nach Abzug aller zu erwartenden Ausgleichszahlungen und der finanziellen Beteiligung des ZV SPNV-Nord sowie der dem Kreis künftig zustehenden Einnahmen aus Fahrkartenerlösen ist davon auszugehen, dass sich diese auf ca. 1,3 Mio. € jährlich belaufen.